Explosionsschutz

Explosionsfähige Atmosphäre verhindern (Primärer Explosionsschutz)

Unter primärem Explosionsschutz versteht man alle Maßnahmen, die verhindern, dass eine explosionsfähige Atmosphäre entsteht.

Hier ist es zum Beispiel möglich einen explosionsgefährdeten Stoff gegen einen anderen Stoff zu ersetzen vom dem keine Explosionsgefahr ausgeht. (z.B. lösungsmittelhaltige Lacke vs. wasserlösliche Lacke)

Des Weiteren können die Stoffe isoliert werden, d.h. die Zuführung von Luft und damit Sauerstoff, zu verhindern.

Ist es nicht möglich, eine explosionsfähige Atmosphäre zu verhindern, müssen Maßnahmen ergriffen werden, die eine Zündung der explosionsfähigen Atmosphäre verhindern.

Vermeidung von Zündquellen (Sekundärer Explosionsschutz)

Durch die Vermeidung von Zündquellen, wird wiederum eine Bedingung des Explosionsdreieck entfernt. Dadurch kann es zu keiner Explosion kommen.

In der Betriebsrichtlinie 99/92/EG bzw. in der IEC 60079-10 sind sämtliche explosionsgefährdeten Bereiche von dem Betreiber der Anlage, in Zonen einzuteilen. Je höher und länger die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre ist, desto höher sind die Anforderungen an die dort eingesetzten Geräte. In den Zonen muss die Wahrscheinlichkeit der Wirksamkeit von Zündquellen verhindert werden.

Als mögliche Zündquellen, können unter anderem folgende Beispiele in Frage kommen: Vgl. DIN EN 1127-1, Entwurf April 2009

  • Heiße Oberflächen
  • Flammen und heiße Gase
  • Mechanisch erzeugte Funken
  • Elektrische Anlagen
  • Elektrische Ausgleichsströme / kathodischer Korrosionsschutz
  • Statische Elektrizität
  • Blitzschlag
  • Elektromagnetische Wellen / Hochfrequenz
  • Ionisierende Strahlung
  • Ultraschall
  • Adiabatische Kompression und Stoßwellen
  • Exotherme Reaktionen 

Teritärer Explosionsschutz

Ist es nicht möglich, das Auftreten einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre sicher zu vermeiden, und ist es auch nicht möglich deren Zündung auszuschließen, dann müssen zusätzliche Explosionsschutzmaßnahmen angewendet werden. Das Ziel ist es die Auswirkungen einer Explosion zu beherrschen oder zu begrenzen.

Der Tertiäre Explosionsschutz wird demnach angewandt, wenn die Maßnahmen des primären und des sekundären Explosionsschutz nicht ausreichend sind.

Dies kann z.B. durch folgende Maßnahmen erfolgen:

  • Konstruktiver Explosionsschutz, d.h. explosionsdruckfeste Bauweise die dem Explosionsdruck standhalten.
  • Flammendurchschlagsicherungen
  • Automatische Schaumlöscheinrichtungen
  • Druckentlastungs- und Druckausgleichseinrichtungen.